Bevorstehende NATO-Zertifizierung des HQ RRC-FR ?

Ein Bericht aus Mourmelon von Joël-François Dumont übersetzt von Michael Hellerforth. Den 20. Juni 2007.

Das Ereignis hatte es nicht auf die Titelseite der Zeitungen geschafft, war aber dennoch eine echte Premiere: Vom 8. bis 23 März 2007 hat das in der Zitadelle von Lille beheimatete Hauptquartier des französischen Krisenreaktionskorps (HQ RRC-FR) die Großübung „Citadel Challenge 07“ auf den Truppenübungsplätzen Mourmelon und Suippes (Marne) durchgeführt. Insgesamt haben 4200 Soldaten aus 24 Ländern teilgenommen (Deutschland, Österreich, Belgien, Bulgarien, Spanien, USA, Frankreich, Griechenland, Niederlande, Italien, Polen, Rumänien, Vereinigtes Königreich, Türkei, Kanada, Tschechien, Slowenien, Luxemburg, Litauen, Estland, Portugal, Zypern, Dänemark und Norwegen). Ziel der Übung war der Nachweis dass das HQ RRC-FR die Kriterien für eine Zertifizierung durch die NATO erfüllt. Hierfür gilt es zwingend 50 Einzelkriterien zu erfüllen, die sich ihrerseits 375 Unterkriterien unterteilen. Ein Bericht aus Mourmelon von Joël-François Dumont (*) übersetzt von Michael Hellerforth (**).

Erneuerte politische Ansprüche:

Die Aufstellung des „Quartier général du Corps de Réaction Rapide – France“ (Hauptquartier des französischen Krisenreaktionskorps – HQ RRC-FR) entspricht dem Selbstverständnis und den Bedürfnissen Frankreichs als einer der größten Truppenstellerin im Bündnis auch über die notwendigen Mittel zu verfügen, als Leitnation multinationale Einsätze zu führen.

Anlässlich eines Truppenbesuches beim frz. Heer [1] äußerte sich Präsident Chirac hierzu bereits 2004 wie folgt: „Während der gesamten Dauer meines Besuches habe ich mit großem Interesse verfolgt, mit wie viel Begeisterung Sie sich auf die Zukunft vorbereiten. In dem mir von Ihnen vorgeführten neuen Material spiegeln sich in greifbarer Form Ihre Erwartungen an die Modernisierung der Ausrüstung wieder. Zweifellos werden Tiger, NH90 VBCI und Félin dazu beitragen, dem französischen Heer seinen Platz in der Spitzengruppe der Streitkräfte zu sichern, die heute in der Welt zählen. Auf dieselbe Weise trägt das „systemübergreifende Informationsmanagement im Gefecht“ den zukünftigen Bedürfnissen und Herausforderungen Rechnung.

In diesem Zusammenhang war es aber auch unverzichtbar, unsere Fähigkeiten weiterzuentwickeln, um im multinationalen Umfeld, insbesondere im Rahmen der NATO, handlungs- und führungsfähig zu sein. Diese Notwendigkeit ist Ihnen allen bewusst.

Während der Vorstellung des Hauptquartiers der Krisenreaktionskräfte habe ich vermittelt bekommen, welche außerordentlichen Anforderungen dieses Projekt gestellt hat und mit welcher Intensität die Führungsorganisation dem Bedarf angepasst wurde. Dies war nicht möglich ohne erhebliches persönliches Engagement der Beteiligten, eine Leistung, die in ihrer Stärke unseren selbst gesteckten Ansprüchen vollauf gerecht wird. Dank dieser Leistung kann Frankreich in Zukunft den ihm zustehenden Platz einnehmen und seine Verantwortung im Rahmen internationaler Einsätze wahrnehmen.“

Nachdem das Ziel festgesetzt worden war, hatte das Heer nach einem genau festgelegten Zeitplan einen Prozess zu durchlaufen, um die Zertifizierung zu erhalten. Es erstaunt daher nicht, dass der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, General Georgelin, es sich nicht nehmen ließ, die französischen und verbündeten Militärs persönlich zu begrüßen, um ihnen zu verdeutlichen, welche Bedeutung dieses gemeinsame Ziel für alle französischen Teilstreitkräfte hat. Die Anwesenheit von General Patrick de Rousiers, Befehlshaber des französischen Luftwaffenführungskommandos (CDAOA) war deshalb ebenfalls alles andere als ein Zufall: Die französische Luftwaffe hat die Zertifizierung bereits erfolgreich durchlaufen und den Status JFACC erworben. Anlässlich der Erteilung dieses Status am 15. November bestätigte der Befehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa, General James. L. Jones, der französischen Luftwaffe förmlich die „uneingeschränkte Einsatzbereitschaft des Hauptquartiers in Taverny sowie die Berechtigung, die Rolle des JFACC (Befehlshaber der Luftwaffenanteile eines multinationalen Einsatzverbands - Joint Forces Air Component Commander) wahrzunehmen.“ Wie er weiter ausführte, „wurde das französische Luftwaffenführungskommando in Taverny (CDAO) im Rahmen der Umgliederung der Struktur der zur Einsatzführung bestimmten Hauptquartiere der NATO vom 9. bis 11. Mai 2005 erfolgreich durch das der NATO unterstehende „mobile Einsatz-Hauptquartier Luftstreitkräfte“ zertifiziert. Das CDAO nahm hierfür die Rolle eines JFACC ein und wies seine Fähigkeit nach, sämtlichen operativen Anforderungen an einen solchen Auftrag gerecht zu werden.“ Dieser Erfolg stellte für die französische Luftwaffe einen Meilenstein dar und ermöglichte ihr, zum 1. Juli 2005 den Oberbefehl über den Luftwaffenanteil des NATO-Krisenreaktionsverbands NRF-5 zu übernehmen [2].

Die Generale Georgelin (Chef des frz. Generalstabs), Ackermann (Bundeswehr) und de Rousiers (Kommandeur des CDAOA)

Der erste Abschnitt bestand aus einer Serie von Austauschen und gegenseitigen Besuchen bei der NATO und in Lille, um die Umsetzung und Einhaltung der NATO-Standards (STANAG) zu überprüfen. Während dieser Phase[3] wurden 22 von 50 Standards überprüft (Verwaltung, allgemeine Grundlagen und SIC). Die zweite Phase [4] dient dagegen der Kontrolle der verbleibenden 28 Standards und erfolgt im Rahmen eines Manövers, das auf einer realistischen Krisenlage aufbaut. Die perfekte Gelegenheit zu überprüfen, ob die Reaktionszeiten eingehalten wurden.

Insgesamt gab es 5 Prüfungskriterien :

-         allgemeine Politik (Einsatzregeln, Einhaltung der Vorgaben der Regierung des Einsatzlandes)

-         Militärdoktrin

-         Operationsführung

-         (abgesichertes) Führungs- und Fernmeldewesen  

-         Nachschub

Frankreich ist der drittgrößte Truppensteller bei NATO-Einsätzen. Die  Zertifizierung des Hauptquartiers der französischen Krisenreaktionskräfte durch die NATO ermöglicht es Paris, multinationale Kräfte mit einer Stärke von bis zu 50.000 Mann zu führen. Hierzu verstärken Angehörige des HQ RRC-FR  die mobilen Hauptquartiere der französischen Einsatzkräfte, die dann sowohl unter Oberbefehl der NATO als auch der Europäischen Union operieren können.

Die Generale Faugère, Kommandeur des Heereskommandos Nordost und der frz. Streitkräfte in Deutschland [5] Cuche (Stabschef des Heeres), Ackermann [6] (Bundeswehr) und Lebel [7]

Die Form der Zusammenkunft dient ebenfalls dazu, persönliche Kontakte zwischen Militärs zu vertiefen, die bereits in mehreren Einssätzen zusammengearbeitet haben (hauptsächlich im ehemaligen Jugoslawien, aber auch in Afghanistan). Ein weiteres Ereignis ist die Ankunft polnischer, bulgarischer und rumänischer Offiziere. Der Beitritt ihrer Länder zur NATO hat von diesen erhebliche Anstrengungen verlangt. Nun gilt es für sie, ihren Platz im gemeinsamen europäischen Haus zu finden und ihre Kräfte auf das entsprechende Niveau zu bringen.

Polnische, rumänische und bulgarische Offiziere an der Seite eines französischen Generals  und eines deutschen Oberst

Das Hauptquartier des französischen Krisenreaktionskorps in Lille

Das Hauptquartier wurde am 1. Juli 2005 in der Vauban-Zitadelle in Lille aufgestellt. Dieser Ort, auch bekannt alsKönigin der Festungen, bildet einen alt-ehrwürdigen und zugleich prestigeträchtigen Rahmen. Geschaffen von Vauban, gehört sie zu einem Gürtel aus 28 befestigten Plätzen. Von Lille aus, wo er 30 Jahre seines Lebens verbracht hat, hat Vauban den Bau zahlreicher Festungen und Kanale in Nordfrankreich überwacht und so die Grenze geprägt, die bis heute Frankreich von Belgien trennt. Es sind im Übrigen nicht nur die Studenten an der ESJ denen aufgefallen ist, wie viele Gemeinsamkeiten die beiden Pentagone – die Zitadelle in Lille und das Verteidigungsministerium in Washington – teilen. Hoffen wir daher mit ihnen, dass die elf dauerhaft in Lille stationierten amerikanischen Militärs nicht zu sehr an Heimweh leiden.

Die Vauban-Zitadelle in Lille beherbergt das Hauptquartier des französischen Krisenreaktionskorps. Foto © Pressedienst des CRR-FR, Lille.

Die Vauban-Zitadelle in Lille beherbergt das Hauptquartier des französischen Krisenreaktionskorps

Eine der größten Herausforderungen war es, das Führungs- und Fernmeldewesen (einschließlich der Computernetzwerke) vor Ort wirksam zu sichern. Immerhin war das altehrwürdige Bauwerk bei seiner Errichtung nicht für die Kriegsführung im Informationszeitalter vorgesehen.

Um dieses Problem anzugehen, wurde das französische Unternehmen Cegelec durch das Verteidigungsministerium mit der Sicherung des Standorts beauftragt. Cegelec arbeitet regelmäßig für die französischen Streitkräfte. Seine Spezialität ist die Entwicklung und Fertigung von luftverlastbarer, vorverkabelter modularer Ausrüstung, die es erlaubt, ein Hauptquartier kurzfristig ins Einsatzgebiet zu verlegen und selbst unter widrigsten Situationen aus dem Stand heraus sofort einsatzbereit zu machen.

Cegelec baut mobile und verlegbare Schutzanlagen (shelter) nach Kundenbedarf: Kommandozentralen, OPs; Simulatorkabinen, bewegliche technische Schutzräume und jede an ihre Anforderungen angepasste Dienstleistung sowie die dazugehörigen Bedien- und Transportelemente [8]. Cegelec hatte den Auftrag während der gesamten Dauer von „Citadel Challenge 07“ die Fernmeldesicherheit sicherzustellen.

Das wichtigste Ziel ist Funktionalität: Das führt zwar zu einer eingeschränkten Bequemlichkeit im Inneren, aber dies ist ja bekanntermaßen kein Kriterium für Militärs. Viel wichtiger ist für sie die Tatsache, dass die Module im Lufttransport schnell in das Einsatzgebiet verlegt und dank der vorbereiteten Kabelverbindungen schnell einsatzbereit gemacht werden können. Die Tatsache, dass hierdurch auch unter widrigsten Umständen kurzfristig ein Gefechtsstand aufgebaut werden kann, lässt den Gedanken an feste Gebäude oder Zeltstädte schnell verblassen, um so mehr, als der Gefechtsstand im Gefahrenfall kurzfristig in einen sicheren Sektor verlegt werden kann.


Vor dem primären Gefechtsstand

Wir hatten die Gelegenheit, dem Hauptquartier des Krisenreaktionskorps im Inneren einer der Schutzcontainerbauten bei der Arbeit zuzusehen. Obwohl uns verschiedene Bereiche verständlicherweise aus Gründen der Sicherheit verschlossen blieben, konnten wir dennoch beobachten, dass die Zusammenarbeit der aus 24 verschiedenen Ländern stammenden Militärs reibungslos funktionierte. Im persönlichen Gespräch vertrauten uns einige Kommandoangehörige sogar an, dass die Kantine hervorragend sei. Dies ist zweifellos ein Zeichen für die ausgesprochen gute Stimmung der Truppe.


Die Verbindungsoffiziere des JOC sind Tag und Nacht bei der Arbeit

Wozu dient die NATO-Zertifizierung ?

Abgesehen von dem Prestige das mit dieser seltenen Auszeichnung verbunden ist, ist die Zertifizierung vor allem die Anerkennung hochwertiger Fähigkeiten zur Operationsführung. Das französische Heer stößt hierdurch in den kleinern Kreis derer vor, die einen wesentlichen Beitrag zu den Einsatzverbänden NRF [9] und HRF (High Ready Forces) stellen. Sein Ansehen wird dadurch insbesondere gestärkt dass Frankreich, bislang bereits der drittgrößte NATO-Truppensteller, jetzt auch dazu befähigt ist eine multinationales Armeekorps im operativen Einsatz zu führen. Es versteht sich zwar, dass die Arbeitssprache in diesem Zusammenhang zwangsläufig Englisch ist, dennoch verblüfft es, mit welch unerwarteterLeichtigkeit die beteiligten „Gallier“ das Idiom Shakespeares praktizieren. Diese Vertrautheit mit dem Englischen ist eine direkte Folge der multinationalen Zusammenarbeit im Einsatz. Es ist allerdings bewundernswert, mit welcher stoischen Gelassenheit unsere britischen und amerikanischen Freunde das Englisch hinnehmen, das um sie herum gesprochen wird. Mancher wird sich fragen, ob Shakespeare das verdient hätte!

Die Zertifizierung ist das Ergebnis eines langen Weges. Am Ende eines langen Tages nahm Generalleutnant Yves de Kermabon in Gegenwart der Presse hierzu wie folgt Stellung: „Seit 2004 arbeiten wir an der Einführung der NATO-Standards im Hauptquartier des französischen Krisenreaktionskorps.“ Der ehemaliger Befehlshaber der KFO im Kosovo war zuversichtlich bezüglich des zu erwartenden Ergebnisses: „Die offizielle Zertifizierung durch die NATO dürfte spätestens bis Juni 2007 erfolgen.

General de Kermabon, Kommandierender General des französischen Krisenreaktionskorps erläutert die Vorteile der Zertifizierung

  • Eine Premiere für das reorganisierte Heer

Die Übung endete nach drei anstrengenden Wochen. Besonders in Anspruch genommen wurde insbesondere das am 1. Juli 2005 wieder aufgestellte 6. Führungs- und Unterstützungsregiment (6ème RCS), das unter anderem für die Sicherung der verschiedenen, zu den Krisenreaktionskräften des Heeres gehörigen Gefechtsstände zuständig ist. Sollte die Entscheidung der NATO positiv ausfallen, wird das HQ des französischen Krisenreaktionskorps im zweiten Halbjahr 2008 das Kommando über die NRF Nummer 11 [9] übernehmen. Dies spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle für die französischen und ausländischen Reservisten, denen bei dieser Form von Einsatz eine doppelte Rolle zufällt: Eingesetzt in Krisenregionen in denen der Rechtsstaat zusammengebrochen ist, können sie sowohl bei friedenserhaltenden, als auch bei friedenserzwingenden Einsätze ihre militärischen Kompetenzen und ihre Erfahrungen im Zivilleben gewinnbringend einbringen [10].

  • Die Reform des französischen Heers und die Aufstellung des Kommandos Einsatzkräfte des Heeres  (CFAT)

Seit der durch das Ende der Wehrpflicht bedingten Reform des französischen Heers, ist die Rolle der Garnison in Lille und ihrer fantastische Zitadelle gewachsen. Hier wurde am 30. Juni 1998 das französische Heeresführungskommando (Commandement de la Force Action Terrestre (CFAT)) aufgestellt, seitdem die höchste Kommandobehörde des französischen Heeres, oder im offiziellen Sprachgebrauch: „eine ausgelagerte Abteilung des Generalstab des Heeres, dessen Zuständigkeit sich über die Gesamtheit der Einsatzkräfte des Heeres erstreckt.“ Seine etatmäßige Stärke beträgt 600 Mann, davon 200 Offiziere und 200 Führungsdienstposten für Reservisten. Das CFAT ist in der Lage 75% seiner Angehörigen aus dem Stand in ein Einsatzgebiet zu verlegen. Befehlshaber ist seit dem 1. Oktober 2005 Generalleutnant Jean-Louis Py. Die zu den Einsatzkräften des Heeres gehörenden Verbände haben eine Gesamtstärke von 80.000 Mann (einschließlich ziviler Mitarbeiter). Dies entspricht mehr als der Hälfte der Gesamtstärke des Heeres [11].

Die Aufgaben des CFAT :

- Operative Planung und Bereitstellung der für einen Einsatz vorgesehenen Heerskontingente,

- Ausbildung: Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Übungstätigkeit der Verbände die für nationale oder multinationale Auslandseinsätze vorgesehen sind,

- Bereitstellung der Kernelemente für Hauptquartiere die für nationale oder multinationale Einsätze mit Schwerpunkt Gewalteindämmung und Mandatsdurchsetzung vorgesehen sind,

- Bildung einer Führerreserve zur Unterstützung von Hauptquartieren im Einsatz.

Das CFAT wird hierdurch den Forderungen nach Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Verlegbarkeit gerecht. Ausgerichtet auf den operativen Einsatz in den Feldern Friedensbewahrung und Friedensdurchsetzung, wird seine Tätigkeit durch den Dreiklang Prävention, Handlung und Schutz bestimmt.

Als Hauptquartier der Führungsebene 1 (Armee) unterstehen ihm 4 Einsatzstäbe (EMF) der zweiten Ebene (Division).

Dem CFAT unterstehen 9 zum Gefecht der verbundenen Waffen befähigte Einsatzbrigaden (BIA) sowie 4 Unterstützungsbrigaden (BAS) und die Brigade der Spezialkräfte des Heeres (BFST). Diese Brigaden stellen ihrerseits die Führungsebene 3 dar. Sie befehligen 77 Verbände des Heeres.

Zusammenfassung

Es ist bedauerlich, dass trotz aller Anstrengungen der Pressestellen des Ministeriums (DICoD) und des Heeres (SIRPA Terre) nur eine kleine Gruppe von Fachreportern über die abgeschlossenen Großübung, immerhin ein weit mehr als symbolisches Ereignis, berichtet hat. Erfreulicherweise hat die in Lille ansässige Fachschule für Journalismus die Gelegenheit ergriffen, das Manöver durch ihre Studenten verfolgen zu lassen. Diese haben die Chance genutzt und zahlreiche realistische Fernsehreportagen erstellt. Tatsächlich hat die mangelnde Berichterstattung durch die Fachpresse Tradition: Anlässlich der Vorstellung der neuen operativen Kapazitäten der französischen Luftwaffe vor einem Publikum aus Vertreten der hohen Politik und sämtlichen ausländischen Militärattachés waren letztes Jahr nur vier Fachjournalisten zugegen. Dieses Desinteresse mag damit zusammenhängen, dass viele Akteure des Boulevardjournalismus denken, man könne mit sicherheitspolitischen Themen keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Dennoch gibt es nach wie vor Journalisten, die überzeugt sind, dass auch diese Themen ihr Publikum finden, wenn sie nur verständlich dargestellt werden.

Joël-François Dumont

(*) „Absolvent des « Institut des Hautes Études de Défense Nationale.“

(**) Reserveoffizier der Bundeswehr.

[1] Rede des frz. Präsidenten  Jacques Chirac, gehalten anlässlich eines Truppenbesuchs beim Heer in. Olivet - Loiret, am 24 Juni 2004.
[2] Neben weiteren Aufgaben hat die französische Luftwaffe unter anderem auch die NATO-Kräfte geführt, die in Pakistan im humanitären Einsatz waren.   (Quelle : frz. Luftwaffe). 
[3]  Interim Operational Capability (IOC). 
[4] Final Operational Capability (FOC). 
[5] Generalleutnant Jean-Marie Faugère, Ortskommandant von Metz und Kommandeur der Heeresregion Nordost(RTNE) sowie der frz. Streitkräfte in Deutschland (FFECS) de Metz, nimmt ebenfalls die Aufgabe des Kommandeurs des Verteidigungsabschnitts Ost wahr. 
[6] Generalmajor Karl-Heinz Ackermann, ehemaliger Kommandeur der 1. Panzerdivision in Hannover, ist seit 2005 stellvertretender Kommandierender General des frz. Krisenreaktionskorps in Lille. 
[7] General Georges Lebel ist der Leiter des Führungsgrundgebiets Operationen des multinationalen Krisenreaktionskorps. 
[8] Quelle Cegelec. Im Februar 2005 hat Cegelec dem Heer 159 modulare Schutzcontainer in für Gefechtsstände geliefert. 156 weitere Schutzbauten wurden Ende 2005 ausgeliefert. Diese Container erleichtern die Verlegung von Hauptquartieren im Rahmen von teilstreitkräfteübergreifenden oder multinationalen Auslandseinsätzen. Durch Cegelec ausgestattet und nach Aufgabenprofil komplett eingerichtet, verfügen sie je nach Aufgabe über elektronische Rüstsätzen, Video, Computernetzwerke, Klimatisierung, Innenreinrichtung und Sanitäranlagen. Diese Lieferungen sind Teil eines gemeinsam durch das frz. Amt für Wehrtechnik und Beschaffung (DGA) sowie das Rüstungsbüro des Heeres (SPART) vergebenen Auftrages. Der Gesamtwert des Auftrages beträgt mehr als 60 Millionen Euro und umfasst die Lieferung von 738 Schutzcontainern. 
[9] NATO-Reaktionskräfte (NATO Response Force), kurz  NRF. Die NRF sind ein teilstreitkraftübergreifender, hervorragend ausgebildeter Krisenreaktionsverband der NATO, der je nach Bedarf schnell weltweit verlegt werden kann. Die NRF decken das gesamte Fähigkeitsspektrum ab: Evakuierung, Einsätze bei Katastrophen, Kampf gegen den internationalen Terror und Einsatz als „Invasionsmacht“ und Vorhut stärkerer Folgekräfte. Derzeit 17.000 Mann stark, wird der Verband seine Einsatzstärke von 25.000 Mann sowie seine vollständige Einsatzbereitschaft im Oktober 2006 erreichen. Die NRF benötigt nur 5 Tage Vorlauf um mit der Verlegung zu beginnen und kann mit ihrer Nachschubgrundversorgung 30 Tage im Einsatzgebiet operieren. Sie ermöglicht es der NATO auf eine Vielzahl von Krisen  weltweit schnell zu reagieren. Des Weiteren stellt sie einen Katalysator für die Modernisierung der militärischen Einrichtungen der NATO dar.  (Quelle : NATO) Vergleiche auch: "Du célèbre canon de 75 à la révolution de l'information" (Das 61. Artillerieregiment und seine Drohnen vom Typ „Sperwer“ (SDTI) gehören seit dem 1. Juli 2006 zur NRF 7.) 
[10] Rede des Chefs des frz. Stabschefs des Heeres (CEMAT) vor der Beraterkommission der Reservisten des Heeres und L'ANRAT sort de sa réserve
[11] Le Commandement de la Force d'Action Terrestre (CFAT).

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